Fassaden von Fachwerkhäusern

Die Mode, Fachwerkhäuser mit grellen Farben zu beschmieren, die schädlich für die Bausubstanz sind, begann vor einem halben Jahrhundert. Die Harmonie der Straßen wird durch den schlechten Geschmack mancher Hausbesitzer zerstört. Das Gesetz verbietet es, das Aussehen von Fassaden in einem Umkreis von 500 Metern um ein historisches Denkmal zu verändern.

Einige Reiseführer erzählen den Touristen, dass die Farben der Häuser je nach Religion oder Beruf der Besitzer variierten, weil die meisten Menschen Analphabeten waren.

Die erste Erklärung ist nicht stichhaltig, da die Ortschaften entweder protestantisch oder katholisch waren. Die zweite auch nicht, da sich ausländische Reisende, die das lateinische Alphabet nicht lesen können, sehr gut zurechtfinden. Die Berufe wurden durch Schilder oder gemeißelte Steine auf den Türstürzen angegeben.

Der Raum zwischen den Fachwerken wurde mit kalkhaltigem Lehm ausgefüllt, der auf einem Gerüst aus Ästen gehalten wurde. Andere Materialien wie Lehmziegel, Rheinkiesel oder alte Dachziegel konnten die Öffnungen ausfüllen. Um das Haus vor Feuchtigkeit zu schützen, wurde ein durchgefärbter Putz auf Kalkbasis auf die Wände aufgetragen. Traditionell wurden die Fachwerkhäuser mit Kalk getüncht oder mit natürlichen Pigmenten (brauner Ocker, Grau, Rosa) gefärbt. Moderne, nicht angepasste Anstriche beschleunigen ihren Verfall.

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